5 kanadische Hochzeitstraditionen

Brautpaar mit kanadischer Flagge
Foto: Tait Photography (www.taitphoto.com)

Wie könnte es auch anders sein; mein erster Beitrag zum Thema "Internationale Traditionen" gehört natürlich meiner zweiten Heimat Kanada! :)

 

Hier sind 5 kanadische Hochzeitstraditionen (ich finde Nr. 3 sieht auf Fotos einfach wunderschön aus!):

 

1. "Something old, something new, something borrowed, something blue"
Wortwörtlich übersetzt bedeutet es "etwas Altes, etwas Neues, etwas Geliehenes, etwas Blaues". Ursprünglich stammt der Brauch aus England und der Spruch geht eigentlich noch weiter. Der Abschluss lautet "... and a sixpence in your shoe". (Früher hat sich die Braut ein "sixpence", also ein Geldstück als Glücksbringer in den Schuh gesteckt. Diese Münzen wurden ca. 1980 aus dem Umlauf genommen. Heute kann man stattdessen eine Silbermünze verwenden, wenn man diesen Brauch weiterführen möchte.)

Strumpfband mit blauen Details
Foto: amanzi creative studios

Etwas Altes steht für die Vergangenheit der Braut, zum Beispiel ein Andenken an jemanden.

Etwas Neues steht für die Zukunft und für eine glückliche Ehe. Eine tolle Idee finde ich, dass Braut und Bräutigam sich gegenseitig etwas auf den Hochzeitstag zu schenken.

Etwas Geliehenes steht für Freundschaft; die Braut leiht sich für den Tag ihrer Hochzeit einen Gegenstand aus von einer glücklich verheirateten Freundin.

Etwas Blaues steht für die Treue. Das kann zum Beispiel ein Schmuckstück sein oder das Strumpfband.

2. "Rehearsal dinner"

In Nordamerika Pflichtprogramm: Das Probeessen. Ja, das gibt es tatsächlich. Dieses Nachtessen findet am Abend vor der Hochzeit statt. Dabei wird der Ablauf der Hochzeit noch einmal besprochen und "Ämtli" vergeben, damit sich das Brautpaar darauf verlassen kann, dass jeder weiss wofür er zuständig ist.

Grundsätzlich findet es eher im kleinen Rahmen statt, mit Familie, Freunden und Brautjungfern. Es kann aber auch vorkommen, dass man bereits die meisten Hochzeitsgäste dazu einlädt, sodass sie sich schon mal gegenseitig kennenlernen.

 

3. "Bridesmaids" und "Groomsmen"

Die Brautjungfern und Brautführer. Ursprünglich sollten die Brautjungfern böse Geister von der Braut ablenken, indem sie ähnlich oder gleich wie die Braut gekleidet waren. Die Brautführer wiederum waren früher die Ritter der Braut und sollten ihre Mitgift und Jungfräulichkeit beschützen. Damals konnte es nämlich passieren, dass die Braut in der Kutsche von Räubern überfallen wurde (!) und dann nicht mehr ganz so unberührt bei ihrem zukünftigen Ehemann ankam. ;)

Heutzutage haben die Brautjungfern und Brautführer ganz andere Funktionen. Brautjungfer zu sein macht richtig Spass, denn man unterstützt die Braut bei den Vorbereitungen und kümmert sich am Hochzeitstag um sie. Sie haben teil an der Organisation und bei einer kirchlichen Trauung leiten sie den Einzug in die Kirche an, zusammen mit den Brautführern.

4. "Stag and doe"-Party

Das ist eine Party, die meist von den Brautjungfern und Brautführern organisiert wird und ist nicht zu vergleichen mit dem Junggesellenabschied.

Diese Party wird für Brautpaare organisiert, die nicht genügend Geld für ihre Hochzeit angespart haben.

Die Gäste zahlen Eintritt oder können bei Spielen Geld einsetzen um kleine Preise zu gewinnen.

Ausserdem können Freunde und Bekannte, die nicht an die Hochzeit kommen können, so trotzdem mit dem Brautpaar feiern und vielleicht sogar einen finanziellen Zustupf geben.

5. "Bridal shower"

Die sogenannte "bridal shower" sollte früher hauptsächlich die Freundschaft zwischen der Braut und ihren Freundinnen stärken. Vor etwas mehr als 100 Jahren entwickelte sich diese Tradition in einen Anlass um der Braut kleine Geschenke zu überreichen. Die Geschenke wurden aber nicht einfach so übergeben, sondern in einen Sonnenschirm gelegt. Wenn dieser über dem Kopf der Braut geöffnet wurde, so regneten die Geschenke auf sie herab. Deshalb der Begriff "shower", was im Englischen "Dusche" bedeutet.

 

Heutzutage wird diese Feier meist von der Trauzeugin organisiert und kann jederzeit stattfinden - also 6 Monate vor der Hochzeit oder erst wenige Tage davor. Es kann als Überraschung für die Braut oder zusammen mit ihr geplant werden. Eingeladen werden meist die besten Freundinnen der Braut.

Traditionell findet die "bridal shower" zu Hause bei der Trauzeugin statt. Natürlich sind an der Wahl der Location keine Grenzen gesetzt. Die Möglichkeiten sind endlos: im Restaurant/Bar, im Beauty-Salon, im Park/am See, auf einem Schiff, in einem Foto-Studio, etc. etc.

Normalerweise übernimmt jeder die eigenen Kosten (die Braut wird natürlich eingeladen!). Wenn man ganz gemütlich zu Hause bei jemandem feiert, kann es auch sein, dass sich die Gastgeberin selber um die Verpflegung kümmert oder jeder bringt etwas mit.

Was macht man überhaupt an einer "bridal shower"? Man spielt lustige Spiele, isst, trinkt, lacht, hört Musik, öffnet Geschenke und vieles mehr.
Wie du an den Fotos unten siehst, hat meine Trauzeugin damals ein Fotoshooting für mich und meine Girls organisiert. Das kann ich dir nur empfehlen! :D

 

(Übrigens: Die "bridal shower" ist nicht dasselbe wie der Junggesellinnenabschied. Die "bridal shower" findet meist tagsüber statt und besteht aus geselligem Zusammenkommen von Braut und Freundinnen. Die Bachelorette-Party oder die Junggesellinnenfeier ist eher eine verrückte, ausgelassene Party am Abend in einem Club oder in einer Bar.)

Jetzt wünsche ich dir viel Spass beim Umsetzen der einen oder anderen Tradition und helfe dir natürlich auch gerne mit meinen Tipps weiter! :)
Über ein Feedback oder Fotos wie du internationale Traditionen in deine Hochzeit eingebaut hast, freue ich mich immer sehr!


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Kommentare: 1
  • #1

    Carmen König (Mittwoch, 02 November 2016 18:09)

    Herrlich, ich liebe Beiträge über anderen Kulturen und deren Bräuche. Spannend und erfrischend, and nice to know, Danke Tamara
    Das speichere ich mir gleich ab :)